Befindet sich in den Milchkanälen der Mutter zu viel Milch, kommt es zu Spannungen und Schmerzen in der Brust und das Kind kann die Muttermilch kaum absaugen.
Man unterscheidet zwischen zwei Arten von verstopften Milchgängen. Zum einen kann es sich um eine weiße, kleine Blase direkt an der Brustwarze handeln. Diese kann man gewöhnlich nach dem Stillen mit Hilfe der (gereinigten!) Fingernägel leicht ablösen, da die Haut dann besonders weich ist. Zum anderen kann es sich beim Milchstau aber auch um eine harte, geschwollene und schmerzende Masse in der Brust handeln, oft geht dies mit geröteten Hautpartien oberhalb der betroffenen Stellen einher. In diesem Fall gilt Vorsicht, denn diese Art von Milchstau kann bereits auf eine entstehende Brustentzündung (Mastitis) hinweisen.
Sofortmaßnahmen:
- Das Baby sollte so oft wie möglich gestillt werden, um die überschüssige Milch abzutransportieren. Man kann es alle 1,5 bis Stunden kurz anlegen.
- Vor dem Stillen sollte die Brust fünf Minuten lang gewärmt werden, hier empfehlen sich Wärmewickel, eine wärmende Dusche oder ein angenehmes Brustbad; so kann etwas zum Fließen der Muttermilch beigetragen werden.
- Wichtig ist, dass das Baby richtig an der Brust angelegt wird und verschiedene Stillpositionen ausprobiert werden.
- Gerötete Hautpartien und Stellen auf der Brust kann man mit Umschlägen kühlen, am besten sollte man die Brust nach dem Stillen 20 Minuten mit kühlenden Kompressen behandeln.
Allgemein gilt, dass man sich als Mutter bei Milchstau Zeit und Ruhe (mit dem Baby) gönnen sollte: Die Ursache für einen kurzfristigen Milchstau kann nämlich auch Stress sein. Sobald allerdings Fieber auftritt, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden!
Das Ausstreichen
Oft kann es auch helfen, die Muttermilch mit Hilfe einer Milchpumpe abzupumpen oder die Brust mit der Hand auszustreichen. Hier gilt allgemein zu beachten, dass alle Bewegungen sanft, ohne zu reiben oder drücken/quetschen ausgeführt werden sollten, um zu verhindern, dass dem empfindlichen Gewebe der Brust geschadet wird. Folgendermaßen funktioniert das richtige Ausstreichen der Brust:
- Vorbereitend kann das Brustgewebe feucht aufgewärmt werden und/oder zur Lockerung sanft massiert werden.
- Beim Ausstreichen wird die Brust mit dem Daumen und Zeige- sowie Mittelfinger in Form eines „C“ (der so genannte C-Griff) umfasst. Der Daumen befindet sich dabei über, die beiden anderen Finger unter dem
Warzenvorhof, wobei der Abstand zur Brustwarze jeweils circa drei Zentimeter groß sein sollte.
- Anschließend wird die Brust leicht angehoben und mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger sanft in Richtung des Brustkorbs gedrückt.
- Nun sollten Daumen und Finger leicht drückend gleichzeitig in Richtung der Brustwarze zusammengeführt werden; dabei schiebt sich der Warzenvorhof zusammen, ohne dass sich dabei die Finger auf dieser
empfindlichen Hautpartie bewegen.
- Danach wird lockergelassen und die Ausgangsposition, der C-Griff, wieder eingenommen.
Dieser Vorgang sollte jeweils um ein bis zwei Zentimeter im Uhrzeigersinn versetzt wiederholt werden, bis alle Milchkanäle entleert sind. Die Hand kann zwischendurch gewechselt werden. Wichtig ist, dass das Brustgewebe nicht zusammengequetscht oder an der Brustwarze gezogen wird. Außerdem sollte man die Brust nicht mit beiden Händen ausstreichen, da dies zu starken Schmerzen führen kann.
22.10.2009, 15:51 von
Redaktion |
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