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Die Vater-Kind-Bindung

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Die Vater-Kind-Bindung

Die Väter von heute sind anders als die Väter von früher – und ihren Kindern so nah wie nie zuvor. Doch wie – und vor allem: wann – kann Papa ein intensives Verhältnis zu seinem Baby aufbauen, wenn er den lieben langen Tag über – wie in den meisten Familien üblich – arbeiten muss?Die Vater-Kind-Bindung

Urvertrauen schaffen

Vom allerersten Atemzug an verlässt sich jedes Baby darauf, dass jemand da ist, der seine Bedürfnisse erkennt. Früher ging man davon aus, dass dieses so genannte Urvertrauen ausschließlich der Mutter gilt, die immer da ist, deren Nähe gesucht und vermisst wird, die tröstet, streichelt und liebkost, füttert und natürlich auch die Windeln wechselt.

Heute weiß man, dass sich dieses Urvertrauen schon früh auch auf andere Wesen als das der Mutter übertragen lässt. Denn dem neuen Erdenbürger gibt nichts so viel Halt in seiner Entwicklung wie eine intensive und kontinuierliche Beziehung zu einem liebevollen Erwachsenen. Das muss nicht nur die Mama, das kann auch der Papa sein – im besten Fall jedoch sind es beide.

Auch wenn naturgegeben die Beziehung zur Mutter einmalig ist, sind gerade die ersten Wochen nach der Geburt für die Beziehung des Dreigestirns Vater-Mutter-Kind unermesslich wichtig.

Den Baby-Rhythmus kennen lernen

Sofern es die berufliche Situation zulässt, sollte der frisch gebackene Papa sein Kind und seine Partnerin in den ersten zwei bis vier Wochen nach der Geburt ganz oben auf seine Prioritätenliste setzen und nach Möglichkeit Urlaub nehmen.

So kann er sein Kind nicht nur intensiv kennen lernen, sondern sich auch gleichzeitig mit der Mama in den neuen Rhythmus, den das Baby vorgibt, einfinden und seine Partnerin nach den Strapazen der Geburt und den ersten schlaflosen Nächten entlasten.

Zudem werden Unsicherheiten, den kleinen Wonneproppen zu halten, im Arm zu wiegen, zu baden oder umzuziehen und auch seine Windeln zu wechseln durch eine intensive, gemeinsame erste Zeit nahezu vermieden.

Angemerkt sei: Bei standhafter Weigerung, den kleinen Popo in neue Windeln zu packen, sollten egebenenfalls olfaktorische Beweggründe in Betracht gezogen werden.

Doch ganz gleich, ob mit oder ohne Windelwechsel bieten die ersten gemeinsamen Wochen gerade der Vater-Kind-Bindung eine kaum zurückdrehbare Zeit.

Vorausgesetzt, dass sich an dieser Stelle die Mutter ein wenig zurücknimmt und ihrem Partner im Umgang mit dem kleinen Zappel vertraut und ihm dementsprechend ermöglicht, sich um den Kleinen oder die Kleine zu kümmern wie sie selbst es machen würde. Gerade damit jedoch tun sich viele Mütter zugegebenermaßen ein wenig schwer.

Das Wissen, jederzeit einspringen zu können

Wie wichtig es ist, dass auch der Papa in der Lage ist, die Bedürfnisse seines Kindes zu erkennen und es liebevoll zu umsorgen, wird vielen Eltern ausgerechnet dann klar, wenn sie so überhaupt gar nicht damit rechnen – und vor allem der Vater auf alles vorbereitet ist, aber genau darauf nicht.

Viele Frauen, die ihr Kind per Kaiserschnitt entbunden haben, können ein Lied davon singen: Die Kaiserschnittnarbe verheilt nicht richtig, entzündet sich, und schneller als sie sich fragen können, wer sich zwischenzeitlich um den kleinen Zwerg kümmern soll, liegen sie schon wieder im Krankenhaus und auf dem Operationstisch.

Väter, die ihre Partnerin nicht nur während der Schwangerschaftsgymnastik und des Wickelkurses begleitet und   ihre Fürsorge spätestens mit der Anwesenheit bei der Geburt und dem Durchtrennen der Nabelschnur abgeschlossen haben, wirft eine solche Situation garantiert nicht aus der Bahn – und den kleinen Wonneproppen, der seinen Papa als verlässliche Bezugsperson kennen gelernt hat, schon gar nicht.

Sich austauschen können

Auch wird ein Vater erst dann verstehen, wie schön, aber auch anstrengend der Alltag mit einem Säugling sein kann, wenn er diesen selbst erlebt hat. Und zwar nicht nur am Wochenende, an dem ihm jeder einzelne Moment mit seinem Kind wie Urlaub vom Büro, vom Chef und von den Arbeitskollegen vorkommt, sondern mehrere Tage hintereinander in Folge, die mit Sicherheit wunderschön, aber auch nervenzehrend sein können.

Ansonsten laufen beide Elternteile Gefahr, schon bald nicht mehr miteinander, sondern aneinander vorbei zu reden.

Verständlich, wenn Papa geschafft von der Arbeit zurückkommt und vielleicht lieber erst einmal ein wenig entspannen möchte als direkt damit konfrontiert zu werden, wie ausgepowert die Mama ist, die in seinen Augen doch eigentlich “nur“ den ganzen Tag mit dem Baby Zuhause war und tun und lassen konnte, was sie wollte.
Dabei möchte Mama doch eigentlich nichts anderes, als mal wieder ganze Sätze sprechen zu dürfen, ein wenig Zuspruch und Unterstützung zu erhalten und den Kindsvater in die Entwicklung des kleinen Sonnenscheins zu involvieren. Schade, wenn genau diese Versuche auf Grund von Unkenntnis hinsichtlich des neuen Tagesablaufs und mangelndem Einfühlungsvermögen missverstanden werden.

Die Schwingungen solcher Missverständnisse nimmt jedoch auch das Kind schon wahr, ganz gleich, wie klein es noch ist.

07.11.2009, 14:06 von Redaktion | 608 Aufrufe
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