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Trotzphase: Vom Baby zum Trotzkopf
Trotzphase: Vom Baby zum Trotzkopf
Zuerst die gute Nachricht: Es ist nur eine Phase!
Wut, Geschrei und Verdruss machen das Kind stark. Sind sie doch Ausdruck eines bedeutenden Entwicklungsschrittes, mit diesen wichtigen Gefühlen grenzt sich der Nachwuchs erstmals willentlich von seinen Eltern ab.
Im Alter von zwei Jahren erkennt das Kind seine Eigenständigkeit als Person und versucht sich nach und nach von der Mutter/ dem Vater abzunabeln. Das Kleinkind entdeckt also sein SELBSTbewusstsein und seinen Willen. Mit diesem Wissen muss es sich behaupten sowie abgrenzen und setzt sich dementsprechend in Szene.
Doch wenn das Familienleben zum Schauplatz von Dramen und Streitereien wird, sind Strategien erforderlich. Der kleine Dickschädel soll weder das Klima zwischen den Eltern beschädigen, noch permanent für dicke Luft zwischen Mutter/Vater und Kind sorgen.
Einige Tipps zum Konfliktmanagement:
Sobald der Zorn ausbricht, ist die Gefühlswelt des Kindes durcheinander. Es kann seine Emotionen noch nicht äußern, benötigt aber für den inneren Frust ein Ventil! Zum besseren Verständnis sollten Erwachsene dabei an Situationen denken, in denen ihnen auch etwas „über die Hutschnur“ gegangen ist.
- „NEIN, NEIN, NEIN!“ Das Kind ist auf contra und bleibt dabei, bis sich der Zustand entspannt. Eltern dürfen das „NEIN“ nicht persönlich nehmen oder gar als Angriff sehen. Der Nachwuchs baut nur seine Autonomie aus, will aber keinesfalls familiären Unfrieden. Solche Kontroversen sind vollkommen normal.
- Panik im Supermarkt: Das Kind ist müde, vielleicht noch etwas hungrig und die Prozedur des Einkaufens verläuft schleppend. Kurz vor der Kasse sieht es Süßigkeiten und stößt auf den berechtigten Widerstand der Mutter/Vater. Blitzschnell schlägt die Stimmung um. Aus dem kleinen Engel wird ein Wüterich, der sich tobend auf dem Erdboden wälzt. Ein Albtraum, zumal rasch mitleidige Blicke oder gute Ratschläge vom umstehenden Publikum folgen! Ruhe bewahren, am besten von 10 (20, 30) rückwärts zählen und die Situation entschärfen. Nicht dem öffentlichen Druck nachgeben und die Nascherei kaufen, sondern notfalls das Kind heraustragen.
- Konsequent bleiben! Reagieren Eltern in Ausnahmesituationen mit neuen Verboten oder Regeln, verwirrt es den Nachwuchs noch viel mehr. Mitten im Chaos besteht kein Diskussionsbedarf!
- „Alleine!“, „Selber!“ – An- und Ausziehen wird zur Geduldsprobe, dabei ist der Nachwuchs so stolz auf seine Fähigkeiten. Mütter und Väter bestehen diese Prüfung, wenn sie von vornherein mehr Zeit einplanen. Das Kind kann sich ausprobieren und falls es Hilfe braucht, greifen erwachsene Hände schnell ein.
- Veränderungen ankündigen! Kinder brauchen ein verlässliches (Tages)Gerüst. Ändern Erwachsene immer wieder ihre Versprechen und Aussagen, sind sie verstört und entrüstet. Kleinkinder äußern ihren Verdruss mit Wut.
- Schläge sind tabu! Weiß der Nachwuchs mit seinen Aggressionen nicht wohin, erhebt er gerne die Hand. Das darf er auch tun, aber nur auf Kopfkissen oder Matratzen.
- Wut ist ein natürliches Gefühl! Inmitten des Zustandes ist man nicht mehr Herr der Lage. Gut, wenn Eltern einen kühlen Kopf bewahren und alles im Griff haben. Kinder besitzen feine Antennen und merken genau, ob Eltern Souveränität und Besonnenheit besitzen.
- Ignorieren, allenfalls durch räumliche Trennung! Mit etwas Abstand sieht die Sache schon ganz anders aus.
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05.11.2009, 11:54 von Redaktion |
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