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Wahrnehmungsspiele zur Förderung des Gleichgewichtssinns
Bau Dir eine BrückeBrücken verlaufen meistens über Flüsse oder Autobahnen. In dem Spiel “Bau Dir eine Brücke“ ist der Fluss oder die Autobahn darunter zwar nur imaginär, aber da Kinder bekanntermaßen eine blühende Fantasie haben, werden sie sich schon vorstellen können, dass sie auf keinen Fall ihr Gleichgewicht verlieren dürfen. Denn es geht darum, mit zwei Zeitschriften oder auch mit zwei leeren Getränkekisten über den imaginären Fluss oder die imaginäre Autobahn zu balancieren. Dabei wird die erste Zeitschrift oder die erste Kiste auf den Boden gestellt, die zweite verbleibt in der Hand. Sobald sich Ihr Kind auf die erste Zeitschrift oder die erste Kiste gestellt hat, muss es die zweite vor sich hinstellen, sich – ohne dabei natürlich den normalen Boden zu berühren - treten und die nun hinter ihm liegende erste Zeitschrift oder Kiste wieder vor sich stellen, um so Stückchen für Stückchen voran zu kommen. Auf Zeit gespielt oder als Wettbewerb ausgestaltet, macht das Spiel natürlich gleich doppelt so viel Spaß. Schwebe wie auf Wolken Um Ihr Kind wie auf Wolken schweben zu lassen, brauchen Sie nur einen Bettbezug und ganz viele Luftballons. Blasen Sie die Luftballs auf, natürlich nicht zu voll, damit sie nicht gleich platzen, sondern nur halbvoll und füllen Sie damit den Bettbezug. Auf dem Boden kann Ihr Kind darauf wie auf einer Wolke gebettet liegen, was ein spannendes Körpererlebnis in sich birgt. Für den Gleichgewichtssinn hingegen sollte es versuchen, über die Wolke auf allen Vieren zu krabbeln oder aufrecht darüber zu laufen – natürlich, ohne dabei die Balance zu verlieren. Und genau das ist viel schwieriger als man denkt, allerdings auch lustiger. Na, Du kleiner WischmoppFür das Spiel “Na, Du kleiner Wischmopp“ benötigen Sie einen glatten Boden wie beispielsweise Laminat oder Parkett und vor allem “freie Fahrt“ in diesem Raum und dazu ein trockenes Staubtuch oder eine umgedrehte Teppichfliese. Denn auf diese stellt sich Ihr Kind nun mit einem Bein. Mit dem anderen holt es Schwung und stößt sich kraftvoll ab. Schon kann es wie beim Eislaufen über den glatten Boden gleiten, schlittern und natürlich auch versuchen, eine Pirouette zu drehen und bei allen Bewegungen eindrucksvoll die Balance zu halten. Und Sie haben endlich die schon lang ersehnte Haushaltshilfe. Haben Sie mehr als ein Kind, können Sie auch eine große Decke oder ein einfaches Bettlaken benutzen, auf das sich Ihre Kinder gleichzeitig stellen oder setzen können. Doch auch hier gilt es, das Gleichgewicht zu halten, denn Mama oder Papa zieht die Decke einfach durch den Raum – nicht immer unbedingt gerade, aber dafür mit abwechslungsreichen Schlenkern und Stopps. Der Balance-Akt auf der WippeWenn es draußen zu nass oder zu kalt für den Spielplatz ist, können Sie für Ihr Kind auch ganz einfach Zuhause eine kleine Wippe bauen, auf der es balancieren und seinen Gleichgewichtssinn trainieren kann. Dafür brauchen Sie ein stabiles Brett und ein ebenso stabiles Rundholz oder Rohr. Jetzt legen Sie einfach das Rundholz oder das Rohr auf den Boden, das Brett darüber, und schon haben Sie eine kleine Wippe geschaffen, auf der Ihr Kind nun mittig sein Gleichgewicht zu halten versuchen muss. Der Balance-Akt im KinderzimmerNein, wir reden jetzt nicht gerade über den Parcours, den Sie zu bewältigen haben, wenn im Kinderzimmer mal wieder das Chaos herrscht, sondern über einen eigens gestalteten, mit dem nicht das Aufräumen, dafür aber der Gleichgewichtssinn gefördert wird. Dafür wandelt sich das Kinderzimmer in einen richtigen Hindernis-Parcours aus Decke und Luftmatratzen, Matten und Kissen. All das findet sich über den Boden verteilt und muss vom Kind barfuß bezwungen werden. Nicht schwierig, denken Sie? Stimmt, wir haben ja auch noch nicht erwähnt, dass Sie unter jedes der Kissen und unter jede Matte, Decke oder Luftmatratze noch Tennisbälle und halb aufgeblasene Luftballons legen müssen, damit aus dem langweilen Parcours ein echter und vor allem unebener Wackel-Parcours wird. Wenn Sie mögen – und natürlich, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern – können Sie zudem Gegenstände über den Parcours balancieren lassen. Das kann ein rohes Ei, eine kleine Schüssel mit Wasser, ein Esslöffel mit Zucker oder was auch immer sein. Und für den höchsten aller Schwierigkeitsgrade bauen Sie einfach in den Parcours noch ein Hindernis ein, das überklettert werden muss wie beispielsweise ein einfacher Stuhl oder ein Hocker. So macht das Chaos im Kinderzimmer endlich einmal richtig Sinn. Eier-LaufZu den wohl bekanntesten Gleichgewichtsspielen gehört der Eier-Lauf. Dieser eignet sich vor allem für Kindergeburtstage oder Spielnachmittage, an denen mehr als nur ein Kind anwesend ist. Hierfür benötigen Sie Esslöffel und ein rohe Eier, zwei Stoppuhren und für die Kinder viel zu große Kleidung, bestehend aus jeweils einer weiten und langen Hose, einem weiten Herrenhemd, einem Paar Stiefel, einem Hut, einem Paar Handschuhe und eventuell noch einer Sonnenbrille. Immer zwei Kinder treten auf einem kurzen Parcours gegeneinander an. Dafür brauchen Sie nicht mehr als einen freien Weg, den Sie in zwei Bahnen einteilen können und mit Start- und Zielgerade kennzeichnen können. Nur Not tut es also auch ein langer Korridor, aber da dieses Spiel zwischenzeitlich auch zur herrlichen Sauerei ausarten kann, ist der Hof vielleicht doch die bessere Alternative. Auf ein Startsignal hin geht es los, denn dann müssen sich die ersten beiden Kinder all die aufgezählten Kleidungsstücke überziehen, sich ihren Löffel mit dem rohen Ei schnappen und versuchen, dieses sicher vom Start zum Ziel zu transportieren. Ganz schön schwierig, wenn man mit der anderen Hand die rutschende Hose festhalten und sich in viel zu großen Stiefeln bewegen muss. Sack-HüpfenAuch das Sackhüpfen fördert den Gleichgewichtssinn Ihres Kindes. Einfach ab mit dem Kind in einen großen Sack, zubinden – natürlich nur in Hüfthöhe – und schon kann der Spaß beginnen. Auch hier macht das Spiel als Wettbewerb über eine definierte und vor allem weiche Strecke wie beispielsweise dem Rasen mit Sicherheit am meisten Spaß. Und da wir ohnehin gerade bei den nostalgischen Kinderspielen sind, können Sie auch gleich “Die kleine Schubkarre“ in Ihr Spiele-Repertoire mit aufnehmen. Dafür begibt sich Ihr Kind auf alle Viere, Sie schnappen sich seine Beine und helfen Ihrem Kind, sich nur auf seinen Händen wie eine kleine Schubkarre voranzubewegen. Heute darfst Du einen Aufstand probenFür Kindergeburtstage, Spielnachmittage oder auch Geschwisterkinder ist das Spiel “Heute darfst Du mal den Aufstand proben“ eine lustige Idee, wenn die Kleinen mal wieder Lust auf ein wenig Action haben. Dafür setzen sich immer zwei Kinder Rücken an Rücken auf den Boden und verschränken zusätzlich Ihre Arme ineinander – haken sich also ein. Als lustiges kleines Doppelpack heißt es nun, gemeinsam und gleichzeitig aufzustehen, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren oder sich voneinander zu lösen. Zur Erhöhung des Schwierigkeitsgrades lassen Sie einfach immer mehr Kinder an dem Experiment teilnehmen und erhöhen von zwei auf drei, dann auf vier und so weiter und so weiter. Vor allem, wenn die Kinder unterschiedlich groß sind, wird die eigentlich gar nicht so schwierige Aufgabe zu einer echten Herausforderung. BallspieleAuch viele Spiele mit dem Ball machen aus Ihrem Kind einen kleinen Gleichgewichtskünstler. So können Geschwisterkinder sich beispielsweise gegenüber stellen und einen Ball in ihre Mitte nehmen. Dieser soll ab jetzt nur noch von den beiden kleinen Bäuchen festgehalten werden, weshalb die Arme auf dem Rücken verschränkt werden müssen. Entweder Sie starten jetzt einfach die Musik, damit sich Ihre Kinder durch den Raum tanzen können, oder Sie schicken die beiden Kleinen einfach über einen der bereits oben beschriebenen Parcours. Und wenn das Spiel erfolgreich gemeistert wurde, können beide Kids einen eigenen Ball bekommen und versuchen, diesen um ihren Körper kreisen zu lassen. Ziel dabei ist es natürlich, mit dem Ball immer in Berührung zu bleiben – ganz gleich, ob er über die Arme wandert, zwischen den Beinen hindurch, rund um den Bauch herum oder auch über den Kopf. Vielleicht ist ja auch an einem Ihrer Kinder ein kleiner Jongleur verloren gegangen. ZusammenfassungKinder, die sich viel bewegen und auch Spaß daran haben, sollte man darin auf keinen Fall hemmen – auch wenn das Klettergerüst noch so hoch ist. Das Beste, was Sie für den Gleichgewichtssinn Ihres Kindes tun können, ist, Ihren kleinen Schatz nach Herzenslust schaukeln und wippen zu lassen, jede Möglichkeit zum Balancieren auszunutzen, zwischendurch auch mal einen Indoor-Spielplatz aufzusuchen, wo Ihr Kind an Seilen, der Sprossenwand oder auf dem Hochparcours gesichert klettern kann. Und natürlich fördern Roller, Laufräder, Skateboards, Rollschuhe, Inline-Skates, Schlittschuhe, Fahrrad, Einrad, Pedalos und Trampolin ebenso den Gleichgewichtssinn. Doch nicht nur das, denn je besser der Gleichgewichtssinn Ihres Kindes funktioniert, desto besser entwickelt sich auch sein Gehirn. Experten gehen davon aus, dass der Gleichgewichtssinn der früheste aller Sinne ist, die sich im Mutterleib entwickeln. Dementsprechend bezeichnen sie ihn als Fundament für die Entwicklung und Verknüpfung der Schaltstellen im Gehirn. Je mehr es von diesen Schaltstellen gibt und je besser diese miteinander vernetzt sind, desto besser. Also: Lassen Sie Ihr Kind hüpfen, springen, balancieren, wippen, schaukeln und jonglieren wie es ihm beliebt. Beliebt es ihm nicht, helfen Sie mit den beschriebenen Spielideen ein wenig nach.
08.10.2009, 07:06 von Redaktion |
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