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Wahrnehmungsspiele zur Förderung des Tast- und Fühl-Sinns
Genau deshalb muss auch der Tast-Sinn immer mal wieder neu aktiviert werden, um seine Wahrnehmungsfähigkeit zu steigern, damit auch das Spüren und Erspüren wieder zu einem Erlebnis wird. Welche Möglichkeiten es dafür gerade in Bezug auf Kinder gibt, erfahren Sie hier: Der Körper als Leinwand Um den Körper zu einer Leinwand zu machen, brauchen Sie nur Ihre Finger. Denn mit diesen malen, zeichnen oder schreiben Sie etwas auf den nackten Rücken Ihres Kindes – und natürlich auch umgekehrt. So lernt Ihr Kind nicht nur, sich auf Ihre Berührungen intensiv einzulassen, sondern diesen auch ganz bewusst zu folgen, um zu erraten, um welches Bild oder welches Wort es sich handelt, was da auf seinem Rücken “verewigt“ wurde. Sie können dieses Spiel natürlich auch mit Körperfarben auf den ganzen Körper Ihres Kindes und Ihren eigenen ausweiten. Dann geht es nicht mehr darum, zu erraten, was gemalt wurde, sondern einfach jeden Körperteil bewusst einzeln zu spüren, um ihn danach als Gesamtkunstwerk wahrzunehmen. Im Sommer und vor allem am Strand kann anstelle von Körperfarben auch Lehm oder Sand verwendet werden. Stille Post Das Spiel “Stille Post“ funktioniert ebenso wie das Spiel “Der Körper als Leinwand“. Allerdings benötigen Sie hierfür mehr als nur zwei Mitspieler – je mehr, desto besser. Alle Mitspieler setzen sich hintereinander auf den Boden, so dass jedes von ihnen den Rücken seines Vordermanns vor sich sieht. Das letzte Kind in der Reihe beginnt. Es malt, zeichnet oder schreibt mit seinen Fingern ein Bild oder ein Wort auf den Rücken seines Vordermanns – am besten eines, das auf einem Stück Papier vorgegeben wurde. So kann es am Schluss des Spiels einfach kontrolliert werden. Der Vordermann versucht, sich die Strichführungen einzuprägen, um diese dann weiterzugeben an seinen Vordermann, indem er ihm exakt das gleiche Bild oder Wort auf den Rücken malt. So geht es immer weiter, bis auch das letzte Kind das Bild mit den Fingern auf seinen Rücken gemalt bekommen hat. Dieses Kind bringt das, was es gespürt und erkannt hat, nun auf ein Blatt Papier. Sie dürfen gespannt sein, was dabei herauskommt. Intelligente Fußsohlen Die Fußsohlen sind hochempfindsam, insbesondere dann, wenn sie mal wieder dazu aktiviert werden, ganz ohne schützendes Schuhwerk über verschiedene Bodenbeläge laufen zu müssen. Wer schon einmal an einem Kieselsteinstrand war, weiß, wie unangenehm die kleinen Steinchen plötzlich pieken können, wenn man das Barfuß-Laufen einfach nicht mehr gewöhnt ist. Deshalb heißt es beim Spiel “Intelligente Füße“: Auf zum Barfuß-Parcours! Wo Sie diesen ausgestalten, bleibt Ihnen überlassen. Sie können dafür verschiedene Materialien in ihrem Garten als Weg aneinanderreihen, in der Wohnung aber auch ganz einfach mit den Deckeln von Schuhkartons arbeiten und diese unterschiedlich befüllen. Für einen spannenden Barfuß-Parcours eignen sich: Sand, Kieselsteine, runde Flusskiesel, Blätter, Moos, Tannennadeln, Zweige, Korken, Schaumstoff, Styropor, Sandpapier, Wolle, Fell, Leder, zerknülltes Zeitungspapier, Teppichreste, Heu, Stroh, Gras, Kunstrasen, Drahtgitter, Splitt, Wellpappe, Mehl, Reis, Zucker und vieles andere mehr. Und vergessen Sie nicht, am Ende des Weges ein paar witzige Dinge aufzubauen wie Wasser, Wackelpudding oder Gelatine. Der Parcours wird natürlich mit verbundenen Augen und nackten Füßen durchlaufen. Damit Ihr Kind sich sicher bewegen kann, sollten Sie es dabei führen. Ziel ist es, die intelligenten kleinen Füße auf den Prüfstand zu stellen und sie herausfinden zu lassen, worauf oder worin Sie sich gerade bewegen. Wenn das nicht gelingt, sollte Ihr Kind zumindest beschreiben, was es gerade spürt und wie sich das jeweilige Material anfühlt. Wo ist nur der zweite Schuh “Wo ist nur der zweite Schuh“ ist diesmal nicht die hysterische Suchaktion am Morgen, wenn Söhnchen oder Töchterchen ohnehin schon wieder viel zu lang getrödelt und nun auch noch den zweiten Schuh verschlampt haben, sondern ein spannendes Spiel, in dem Schuhpaare mit verbundenen Augen ertastet werden müssen. Dazu verteilen Sie einfach alle Schuhpaare, die Sie in Ihrem Haushalt besitzen – oder zumindest einige davon – auf den Boden, würfeln Sie durcheinander und türmen Sie zu einem kleinen Berg auf. Ihr Kind soll nun mit verbundenen Augen und durch reines Ertasten von Schnürsenkeln, Klettverschlüssen, Zierspangen, Riemchen, Absätzen und der verschiedenen Größen, Oberflächen und Sohlen herausfinden, welche Paare zusammengehören. Und wenn Sie dabei mitspielen möchten, dann machen Sie das. Dann heißt es, wer zuerst die meisten Schuhpaare – und natürlich die richtigen – gefunden hat, hat gewonnen und darf sich eine kleine Belohnung abholen. Spätestens nach diesem Spiel werden viele Mütter auch wissen, ob sie nicht doch einige Schuhe zu viel in ihrem Schuhschrank haben, die irgendwie alle identisch sind – oder sich für Kinder zumindest so anfühlen. Der geheimnisvolle Sack Spätestens seit dem weihnachtlichen Krabbelsack wissen wir, dass Kinder es lieben, in großen Säcken herumzuwühlen, die darin befindlichen Dinge abzutasten, um vielleicht das Schönste aller Geschenke zu erwischen und herauszuziehen. Beim Spiel “Der geheimnisvolle Sack“ gibt es verschiedene Möglichkeiten, um es umzusetzen. Bei allen identisch ist, dass Sie einen Sack und verschiedene Gegenstände brauchen, die in seinem Inneren mit geschlossenen Augen ertastet werden können. Ihrer Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, denn erlaubt ist alles, was gefällt. Spielvariante 1: Als Umsetzungsvariante können Sie jeweils einen Gegenstand von Ihrem Kind aus dem Sack ziehen lassen, den es dann durch Ertasten zu erraten gilt. Ist der Gegenstand richtig identifiziert worden, wandert er nicht wieder zurück. Ist die Identifizierung hingegen nicht gelungen, muss der Gegenstand zurück, um eventuell beim nächsten oder übernächsten Versuch erkannt zu werden. Spielvariante 2: Alternativ ertastet Ihr den Gegenstand und beschreibt dabei, was es genau erspüren, ertasten und erfühlen kann. Erst danach äußerst es seine Vermutung, um was für einen Objekt es sich handelt, um die Richtigkeit seiner Vermutung durch Herausziehen des Gegenstandes aus dem Sack zu überprüfen. Sie können dann für erkannte und nicht erkannte Objekte Punkte vergeben, die vielleicht gegen eine Kuschel-Geschichte, eine Massage oder eine Streicheleinheit eingelöst werden können. Spielvariante 3: Sie können Ihrem Kind aber auch ein bis zwei Minuten Zeit geben, alle Dinge, die sich in dem Sack befinden, zu ertasten, um Ihnen danach aufzuzählen, um welche Gegenstände es sich insgesamt handelt. Dann aber sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind a) ausreichend Zeit hat und b) Sie Ihr Kind nicht mit zu vielen Gegenständen überfordern. Fühl-Memory Was mit den Augen, den Ohren und der Nase funktioniert, funktioniert natürlich auch mit den Händen: Das Fühl-Memory. Dafür fertigen Sie kleine undurchsichtige Beutel, beispielsweise aus Taschentüchern, die Sie mit einem Bändchen zu kleinen Paketen verschnüren. Das Innere dieser Pakete ist befüllt mit verschiedenen Materialien, die es zu ertasten gilt. Für den Memory-Charakter benötigen Sie natürlich immer zwei kleine Pakete mit identischem Inhalt, damit die Paare, die es beim Memory zu finden gilt, auch zusammengestellt werden können. Als Materialien eignen sich: unterschiedliche Hülsenfrüchte, verschiedene Nudelsorten, Reis, Steine, Murmeln, Münzen, Sand, Watte etc. Schon haben Sie ein selbst gebasteltes Memory-Spiel, das nicht nur kurzweiliges Vergnügen für die ganze Familie bietet, sondern bei allen auch spielerisch den Tastsinn fördert. Im Dunkeln ist gut munkeln Ähnlich wie bei der Memory-Variante werden hier verschiedene Gegenstände auf dem Boden unter einer Decke versteckt. Allerdings sind hier die Gegenstände nicht identisch, sie gehören aber zusammen wie beispielsweise der Topf und sein Deckel, der Becher und sein Strohhalm, der Buntstift und sein Anspitzer, das Ei und sein Eierbecher etc. Entsprechend gilt es nun, entweder durch die Decke hindurch oder mit verbundenen Augen unter ihr ein zusammengehöriges Paar zu finden und hervorzuziehen. Passen die Gegenstände zusammen, darf Ihr Kind einen davon behalten, der andere kommt zurück unter die Decke. Passen die Gegenstände nicht zusammen, wandern beide unter die Decke zurück. Sie sind dran! Und wenn noch weitere Personen mitspielen, geht es natürlich reihum. Derjenige, der am Ende des Spiels die meisten Gegenstände besitzt, hat nicht nur gewonnen, sondern auch gezeigt, wie Fingerspitzengefühl wirklich funktioniert. Eine schöne Spielidee auch für einen verregneten Spiel-Nachmittag oder einen Kinder-Geburtstag. Ein Phantombild zeichnen Auch für das Spiel “Ein Phantombild zeichnen“ brauchen Sie verschiedene Gegenstände, die Sie unter einer Decke auf dem Boden verstecken. Diesmal weder identische, noch zusammengehörende. Denn in diesem Spiel geht es darum, reihum einen Gegenstand zu ertasten und ein Phantombild davon auf einem Blatt Papier zu zeichnen. Und zwar allein auf Grund dessen, was man mit den Händen “gesehen“, also ertastet hat. Da Sie selbst ein wenig im Vorteil sind, da Sie die Dinge, die sich unter der Decke befinden, vermutlich selbst ausgesucht und arrangiert haben, empfiehlt sich dieses Spiel eher für ein Miteinander von Geschwistern und Freunden. Ist das Phantombild fertig, wird es mit dem Gegenstand, den es darstellen soll und der sich noch unter der Decke befindet, verglichen. Wer am Ende die meisten Gegenstände richtig identifiziert und ein dementsprechend täuschend echtes Phantombild des Kugelschreibers, des Weckers, des Stoffteddys oder auch der Butterbrotdose gezeichnet hat, hat gewonnen. Wo war noch mal die Armbeuge Diese kleine Übung ist denkbar einfach, aber dafür oftmals umso überraschender. Lassen Sie Ihr Kind die Augen schließen und fahren Sie mit einem Ihrer Finger langsam über seinen nackten Unterarm bis hinein in die Armbeuge. Fordern Sie Ihr Kind vor Beginn der kleinen sinnlichen Streicheleinheit auf, Ihnen zu sagen, wann es meint, dass Sie mit Ihrem Finger in der Armbeuge angekommen sind. Keine Panik, in den meisten Fällen geht das erst einmal schief. Aber das Spiel zeigt eindeutig, wie sehr uns unsere Wahrnehmung manchmal verwirrt. Wenn es auf Anhieb klappt, perfekt! In der Weihnachtsbäckerei Auch Ihre Küche bietet die Möglichkeit, den Tastsinn Ihres Kindes zu fördern – zumal gerade im Herbst und Winter das Plätzchenbacken wieder in Mode kommt. Also backen Sie. Das macht so ziemlich allen Kindern Spaß, vor allem, wenn sie den Teig selbst kneten und ausrollen und die Plätzchen selbst ausstechen dürfen. Doch damit nicht genug, denn die eigentliche Aufgabe folgt, sobald die verschiedenen Plätzchenformen, die sie dafür benötigen, aus dem Backofen schon längst wieder heraus sind. Denn dann heißt es für Ihre Kinder: Augen verbinden und Kekse sortieren. Je mehr unterschiedliche Plätzchen Sie gemeinsam dafür gebacken haben, desto besser. Denn jetzt heißt es ähnlich wie bei Aschenputtel: Die Herzen nach links, die Sterne in die Mitte, die Tannenbäume nach rechts. Einfacher geht es kaum noch, die Sinne Ihres Kindes zu aktivieren. Und wenn es im Anschluss daran an den Plätzchen schon einmal naschen darf, wird auch der Geschmackssinn gleich mit befriedigt. Basteln, Basteln, Basteln Das Basteln fördert nicht nur die Feinmotorik und die Kreativität von Kindern, sondern durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien auch ihren Tast-Sinn. Deshalb: Basteln Sie so viel und so abwechslungsreich wie möglich. Dazu gehört das Kneten von kleinen Gummi-Tieren genauso wie das Modellieren mit Ton, das Malen mit Finger- oder Fensterfarbe, das Erstellen des eigenen Fingerabdrucks, aber auch das Gestalten aus Pappmaschee. Extra-Tipp Sanfte Massagen und liebevolle Streicheleinheiten verwöhnen den Tast- und Fühl-Sinn Ihres Kindes zusätzlich. Vor allem, wenn Sie Ihr Kind dabei auffordern, zu sagen, welche Bewegungen oder Berührungen ihm dabei am besten gefallen und warum, welche es nicht so mag und warum nicht. So entwickeln Kinder auf kuscheligste Weise ein sehr intensives Gespür für ihren eigenen Körper.
05.10.2009, 21:24 von Redaktion |
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